Aktuelles

Erklärung zur drohenden Schließung von Memorial

 

Die Generalstaatsanwaltschaft der Russländischen Förderation hat am 11. November 2021 der Menschenrechtsorganisation Memorial eine Vorladung zu einem Termin am Obersten Gericht am 25. November 2021 zugestellt. Unter Verweis auf angebliche Verstöße Memorials gegen das Gesetz über "Ausländische Agenten" soll das Gericht über die Auflösung von Memorial-International und das Menschenrechtszentrum Memorial entscheiden.

 

Menschenrechtsaktivist*innen haben 1989 in der Sowjetunion Memorial gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten der Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow und die Germanistin und Historikerin Irina Scherbakowa. Memorial hat in der Geschichtsschreibung der Sowjetunion im Allgemeinen und des Stalinismus im Besonderen wertvolle Impulse verliehen. Die Recherche die Namen der Opfer stalinistischen Terrors, Arbeiten zum sowjetischen Massenverbrechen von Katyn an polnischen Offizieren und zu den sowjetischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern im nationalsozialistischen Deutschland gehören zu den zahlreichen Verdiensten Memorials um die geschichtswissenschaftliche Forschung. Mit diesen Arbeiten und der Anlage eines Archivs, das schriftliche Zeugnisse und materielle Quellen wie Alltagsgegenstände aus dem Gulag umfasst, hat sich Memorial als unverzichtbare wissenschaftliche Institution etabliert. Darüber hinaus zeichnet sich Memorial durch eine breite internationale Vernetzung aus, von der auch die wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland profitiert haben. Schließlich ist Memorial über seine anfängliche Befassung mit der sowjetischen Geschichte hinaus zu einer wichtigen Stimme in gegenwärtigen Menschenrechtsfragen geworden.

 

Der Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Russlands, Memorial aufzulösen, zielt auf die Zerstörung einer wissenschaftlichen Institution und eines Anwaltes der Menschenrechte in Russland. Er stellt den Versuch dar, die Gesellschaft Russlands ihres Gedächtnisses zu berauben, und steht im Widerspruch zur Europäischen Menschenrechtskonvention. 

 

Der VOH ruft die Generalstaatsanwaltschaft Russlands auf, den Antrag auf Auflösung von Memorial zurückzuziehen.

 

16. November 2021

VOH unterstützt internationalen Aufruf gegen die Schließung von Memorial

 

Der VOH hat sich an dem internationalen Aufruf gegen die Schließung von Memorial beteiligt. Beide Aufrufe sind auf der Website des DGO veröffentlicht (End Assault on Memorial, Defend Memorial).

Fristverlängerung des Epstein-Preises

 

In den zurückliegenden Jahren hat es sich bewährt, in geraden Jahren den Epstein-Preis des VOH auf dem HIstorikertag des VHD zu verleihen. Wie so vieles andere hat die Corona-Pandemie auch diesen Rhythmus durchbrochen. Da der VOH in diesem Jahr den Epstein-Preis verliehen hat und der nächste Historikertag in das Jahr 2023 fallen wird, verlängert der VOH die anstehende Ausschreibung des Epstein-Preises. Von Oktober 2021 bis zum 30. September 2022 können Dissertationen aus den Jahren 2020 - 2022 vorgeschlagen werden. Der Vorstand wird im Frühsommer 2022 noch einmal rechtzeitig auf die verlängerte Ausschreibungsfrist aufmerksam machen. Wir freuen uns jetzt schon auf die nächste Preisverleihung in Präsenz auf dem Historikertag 2023 in Leipzig.

Anfragen bezüglich des Epstein-Preises können Sie an epstein@osteuropa-historiker.de senden.

Öffentlicher Appell an die DFG zur Forschungsförderung in Zeiten der Pandemie:

 

Der VOH wendet sich gemeinsam mit der DGO, der SOG und der GTOT in einem öffentlichen Appell an die DFG und die Politik und weist auf die dringliche zeitliche Ausweitung der Unterstützung von laufenden Projekten sowie auf die gebotene Flexibilität bei der Evaluation von Projektergebnissen hin. Die DFG soll ihrerseits dabei von Bund und Ländern verstärkt finanziell unterstützt werden. Den Appell vom 02.03.2021 finden Sie hier.

Spendensammlung des VOH für verfolgte Historiker*innen aus der Republik Belarus:

 

Angesichts der Repressionen des Regimes von Lukaschenka gegenüber Studierenden, Lehrenden und Wissenschaftler*innen hat der VOH zu Beginn des Jahres 2021 zu einer Spendensammlung für eine Gruppe von betroffenen Historiker*innen aufgerufen. Es ist ein Betrag von 8.868 Euro zusammengekommen, für den wir allen Spender*innen ganz herzlich danken!

 

Die fraglichen Historiker*innen sind aus politischen Gründen entlassen worden oder haben aus Solidarität und aus Protest ihre Stellen gekündigt und versuchen jetzt den wissenschaftlichen Neuanfang, ob in Belarus selbst oder im polnischen und litauischen Exil. Die gesammelten Spenden dienen der Weiterführung ihrer wissenschaftlichen Forschungsprojekte und sind ein Zeichen der Solidarität von Kolleg*innen für Kolleg*innen. Gerne würden wir ausführlicher über die Projekte der Historiker*innen und ihre Dankbarkeit berichten. Die unerbittliche und unberechenbare Repression des Regimes, das allein noch willkürlich straft und das Land von der Außenwelt imaginierter Feinde isoliert, zwingt uns jedoch, die Empfänger*innen an dieser Stelle mit Anonymität zu schützen. Uns ist bewusst, dass dies in einem krassen Gegensatz zu Gepflogenheiten von Spendensammlungen steht. Wir gewähren diesen Informationsschutz allein im Interesse der Sicherheit der Empfänger*innen. Diese nötige Vorsicht hat uns auch dazu bewogen, die gespendeten Gelder in vier zeitlich gestaffelten Trachen zu dreimal je 2.500 Euro und zuletzt 1.368 Euro zu übermitteln.

Gerichtsurteil gegen Barbara Engelking und Jan Grabowski:

 

Der VOH schließt sich nachdrücklich der Kritik des VHD am juristischen Vorgehen gegen Barbara Engelking und Jan Grabowski an. Über die Angemessenheit fundierter wissenschaftlicher Forschungsergebnisse darf nicht vor Gericht entschieden werden: 

 

https://www.historikerverband.de/mitteilungen/mitteilungs-details/article/vhd-verurteilt-das-gerichtsverfahren-gegen-barbara-engelking-und-jan-grabowski-in-polen.html

 

 

Covid19-Pandemie:

 

Der VOH appelliert gemeinsam mit der DGO, dem Verband der deutschen Slavistik und der Südosteuropa-Gesellschaft an Forschungsförderinstitutionen für eine Abfederung der Negativfolgen der Corona-Pandemie, insbesondere für Forschungsprojekte von Doktorand*innen und Postdocs. Den Appell vom 11.02.2021 finden Sie hier.

 

Willkommen auf der Homepage des Verbandes der Osteuropahistorikerinnen und -historiker e.V. (VOH)

 

Der VOH vertritt die Interessen der wissenschaftlichen Forschung und der universitären Lehre zum östlichen Europa im deutschsprachigen Raum. Unser Ziel ist, in diesem Bereich die institutionellen Rahmenbedingungen zu sichern und zu verbessern.
 
Wir repräsentieren das Fach Osteuropäische Geschichte in Politik und Gesellschaft. Durch unsere Arbeit sehen wir uns als Mitwirkende an der gesamteuropäischen Integration über den einstigen Graben der Ost-West-Gegenüberstellung hinweg.

 

Der VOH verleiht alle zwei Jahre den Fritz Theodor Epstein-Preis für herausragende Arbeiten zur osteuropäischen Geschichte von Nachwuchswissenschaftler/innen (Dissertationen).
 
Die Reihe "Quellen und Studien zur Geschichte des östlichen Europa" mit über 70 bereits erschienenen Bänden gibt der VOH im Franz Steiner Verlag heraus. Eine Übersicht über die erschienenen Bände seit 1996 bis heute finden Sie hier.
 
Der VOH veranstaltet regelmäßig Tagungen, auf denen besonders der wissenschaftliche Nachwuchs seine Forschungsergebnisse vorstellen kann.
Druckversion Druckversion | Sitemap
© VOH – Verband der OsteuropahistorikerInnen e.V.